Ein Wochenende in der Pfalz – Warum wir seit 30 Jahren immer wieder kommen
- 5. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Zwischen Riesling, Weinbergen und unvergesslichen Momenten im Herzen der Deutschen Weinstraße

Es gibt Orte, zu denen man einfach immer wieder zurückkehrt. Nicht weil man müsste – sondern weil man möchte. Weil sie einem etwas geben, das sich schwer in Worte fassen lässt: eine Mischung aus Geborgenheit, Genuss und echter Lebensfreude. Für unsere Familie ist dieser Ort die Pfalz. Genauer gesagt: das kleine Weindorf Forst an der Weinstraße – und ganz besonders das Weingut Lucashof.
Seit über 30 Jahren fahren wir als Familie dorthin. Und mit jedem Besuch wird die Verbundenheit tiefer. Entdeckt hat dieses kleine Juwel übrigens niemand Geringeres als meine Oma – eine Frau mit feinem Gespür für das Besondere, für Authentizität und Qualität. Sie ist leider nicht mehr bei uns, aber jedes Mal, wenn ich ein Glas Riesling vom Lucashof in der Hand halte und die Abendsonne über den Weinbergen leuchtet, spüre ich, dass sie irgendwie noch dabei ist. Das klingt vielleicht ein bisschen kitschig – aber wer einmal dort war, versteht es sofort.
Der Lucashof – Familienweingut mit Herz und Geschichte
Was den Lucashof so besonders macht? Es ist ein echtes, kleines, familiengeführtes Weingut – und das merkt man in jeder Begegnung, in jedem Glas. Hier geht es nicht um Massenproduktion oder Marketing-Glanz. Hier geht es um Leidenschaft, handwerkliches Können und eine tiefe Verbundenheit mit dem Terroir der Pfalz.
Der Schwerpunkt liegt klar auf Weißweinen – und der König unter ihnen ist natürlich der Riesling. Mineralisch, elegant, mit dieser wunderbaren Spannung zwischen Frucht und Säure, die einen großen Pfälzer Riesling so unverwechselbar macht. Aber auch die Gutsweine sind schlicht eine Freude: unkompliziert, ehrlich und unglaublich trinkfreudig. Weine, die zu einem langen Abend in guter Gesellschaft einladen – und genau das tun sie auch.
Dass der Lucashof kein Geheimtipp mehr ist, zeigt eine Auszeichnung, die wohl jeder Weinliebhaber kennt: Das Weingut wurde vom renommierten Feinschmecker-Magazin als eines der besten deutschen Weingüter ausgezeichnet. Zu Recht, wie wir aus dreißig Jahren eigener Erfahrung sagen können. Und trotzdem ist der Betrieb so geblieben, wie er immer war – bodenständig, herzlich, familiär. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist eine Haltung.
Weinproben – Hier schmeckt man den Unterschied
Natürlich gehört zu einem perfekten Pfalz-Wochenende ein ausgiebiges Weintasting – und die Region bietet dafür gleich mehrere fantastische Möglichkeiten.
Weintasting beim Lucashof
Wer direkt vor Ort in Forst ist, sollte sich eine Weinprobe beim Lucashof nicht entgehen lassen. In entspannter, familiärer Atmosphäre kann man sich durch die Kollektion des Weinguts kosten – und dabei die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Lagen und Ausbaustufen wirklich verstehen lernen. Besonders empfehlenswert sind dabei:
Forster Ungeheuer Riesling – Der Name klingt dramatisch, der Wein ist es auch: komplex, tiefgründig, mit einer feinen Mineralität und viel Potential. Eine der besten Lagen der Pfalz, und der Lucashof kitzelt hier alles heraus, was das Terroir zu bieten hat.
Weißburgunder trocken Gutswein– Seidig, elegant und präzise. Ein super Wein für jeden Anlass.
Riesling trocken Gutswein – Der klassische Gutswein des Hauses. Frisch, lebendig, mit feinen Zitrusaromen und einem angenehmen, mineralischen Nachhall. Perfekt für jeden Tag – und trotzdem weit mehr als nur ein einfacher Alltagswein.

August Ziegler in Maikammer – Ein weiterer Geheimtipp
Wer etwas weiter die Weinstraße hinunterfährt, in das charmante Maikammer, entdeckt ein weiteres Weingut, das das Herz jedes Weinliebhabers höherschlagen lässt: das Weingut August Ziegler. Dieses ebenfalls familiär geführte Weingut hat sich in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet – und das absolut zu Recht.
Auch hier stehen Weißweine und Riesling im Vordergrund, doch das Portfolio ist beeindruckend vielseitig. Bei einem Tasting hier sollte man unbedingt probieren:
Maikammerer Heiligenberg Riesling GG – Kraftvoll und gleichzeitig filigran, mit einer wunderschönen Fruchtnote von weißem Pfirsich und Aprikose, getragen von einer lebhaften, knackigen Säurestruktur. Ein Wein, der sich lange im Gedächtnis hält.
Chardonnay „S" – Ein Chardonnay, der zeigt, was die Pfalz jenseits des Rieslings zu bieten hat: vollmundig, mit feinen Holznoten und cremiger Textur, aber immer mit der Frische und Eleganz, die das Terroir mitgibt.
Spätburgunder trocken – Für alle, die auch beim Rotwein nicht Kompromisse machen wollen: samtig, mit feinen Kirsch- und Erdbeernoten, einem Hauch Würze und einem langen, eleganten Abgang. Beeindruckend aus dieser Region.
Ein Weintasting bei August Ziegler ist nicht nur eine Kostprobe – es ist eine kleine Reise durch die Aromenvielfalt der Pfalz. Die Gastfreundschaft ist herzlich, das Wissen der Familie beeindruckend, und man verlässt den Keller immer mit einem Lächeln im Gesicht – und meistens auch mit ein paar Flaschen in der Hand.
Unser Tipp: Plant das Tasting bei Ziegler am Nachmittag ein, nach einem Ausflug nach Deidesheim oder zum Hambacher Schloss. So verbindet ihr Kulturgenuss mit dem schönsten Abschluss des Tages.
Der Morgen gehört den Weinbergen
Wer früh aufsteht, wird in Forst belohnt. Noch bevor die Welt so richtig wach ist, wenn der Morgennebel noch träge über den Rebzeilen liegt und die Luft nach Erde und Weinlaub riecht – dann gehören die Weinberge einem ganz allein. Joggen in den Weinbergen bei Sonnenaufgang ist für mich eines der schönsten Erlebnisse, das dieses Wochenende zu bieten hat. Die Wege schlängeln sich zwischen den Reben hindurch, mal flach, mal mit kleinen Anstiegen, immer mit atemberaubenden Ausblicken. Man hört die Vögel, spürt die frische Morgenluft – und denkt sich: So fühlt sich Lebensqualität an. Wer dieses Erlebnis auslässt, verpasst wirklich etwas.
Tagsüber: Geschichte, Frankreich und der Charme der Weinstraße
Nach dem Frühstück – am besten mit einem kleinen Glas Riesling, denn wir sind ja in der Pfalz – öffnet sich die Region mit all ihren Möglichkeiten.
Wer ein bisschen Abenteuerlust mitbringt, fährt einfach kurz über die Grenze nach Frankreich. Das Elsass liegt so nah, dass es sich fast wie ein Nachbardorf anfühlt. Ein Bummel durch Wissembourg oder Weißenburg, ein Café crème auf dem Marktplatz, frisches Baguette – und schon hat man das Gefühl, einen ganzen Urlaub in ein paar Stunden gepackt zu haben.
Wer lieber in der Geschichte Deutschlands versinken möchte, dem sei das Hambacher Schloss wärmstens empfohlen. Dieses Schloss ist nicht irgendein hübsches Gemäuer – es ist der Geburtsort der deutschen Demokratie. Hier, im Jahr 1832, versammelten sich Zehntausende Menschen unter der schwarz-rot-goldenen Fahne und forderten Einheit und Freiheit für Deutschland. Diese Geschichte geht unter die Haut. Man steht auf dem Schlossberg, blickt über die Rheinebene – und begreift auf einmal, warum dieser Ort so bedeutsam ist. Unvergesslich, wirklich.
Oder man entscheidet sich für einen Bummel durch das wunderschöne Deidesheim – eines der charmantesten Städtchen der ganzen Weinstraße. Gepflegte Fachwerkhäuser, kleine Gassen, Weinkeller und Boutiquen. Und natürlich der Deidesheimer Hof, das berühmte Restaurant, in dem einst Helmut Kohl regelmäßig seinen geliebten Pfälzer Saumagen aß. Ja, genau hier. Wer Lust hat, in die Fußstapfen eines Bundeskanzlers zu treten – hier ist die Gelegenheit. Die Küche ist hervorragend, die Atmosphäre geschichtsträchtig und der Wein – na, der passt natürlich perfekt.

Abende in Forst – Klein, fein und unvergesslich
Forst selbst ist ein kleines Dorf. Aber klein bedeutet hier nicht langweilig – sondern fein. Die kleinen Restaurants im Ort sind echte Entdeckungen: bodenständige pfälzische Küche auf höchstem Niveau, frische regionale Zutaten und natürlich Weine, die direkt vor der Haustür gewachsen sind. Man sitzt draußen, wenn das Wetter es erlaubt, hört das leise Murmeln der anderen Tische, schaut auf die Weinberge – und kann kaum glauben, wie schön das Leben sein kann.
Das Weinfest – Wenn die Pfalz so richtig aufblüht
Und wenn das Timing stimmt – und man sollte es unbedingt anstreben – dann gehört ein Besuch auf einem der vielen Weinfeste der Region einfach dazu. Ein absolutes Highlight ist das Weinfest in Bad Dürkheim, das zurecht als eines der größten und bekanntesten Weinfeste der Welt gilt. Und wer dort ist, muss natürlich das größte Fass der Welt sehen – das legendäre Dürkheimer Riesenfass, das einem mit seiner schieren Größe einfach den Mund offen stehen lässt. Weinseligkeit, Musik, Geselligkeit und natürlich Pfälzer Gemütlichkeit in reinster Form – ein Weinfest in der Pfalz ist ein Erlebnis für alle Sinne.
Fazit: Warum wir immer wieder kommen
Dreißig Jahre. Das ist eine lange Zeit. Und doch – jedes Mal, wenn wir in Richtung Pfalz fahren, ist da diese Vorfreude. Auf die erste Kurve der Weinstraße, auf den Geruch der Weinberge, auf das erste Glas Riesling vom Lucashof. Auf die Erinnerungen, die an diesem Ort wohnen – und auf die neuen, die noch entstehen werden.
Die Weinproben – ob beim Lucashof direkt vor der Haustür oder beim Weingut August Ziegler in Maikammer – sind dabei weit mehr als nur eine nette Freizeitbeschäftigung. Sie sind ein Schlüssel zum Verständnis dieser Region: ihrer Böden, ihrer Geschichte, ihrer Menschen. Man lernt beim Kosten, man staunt, man diskutiert, man schwärmt. Und am Ende des Abends hat man nicht nur großartige Weine getrunken – man hat die Pfalz ein Stück tiefer verstanden.
Die Pfalz hat dieses seltene Geschenk: Sie ist gleichzeitig Heimat und Abenteuer, Tradition und Lebensfreude. Sie empfängt einen wie einen alten Freund – und lässt einen nie wirklich los.
Und das Weingut Lucashof? Das ist das Herzstück dieser Reise. Seit dreißig Jahren. Für meine Oma. Für uns. Und vielleicht bald auch für euch.
Habt ihr die Pfalz, den Lucashof oder das Weingut August Ziegler schon besucht? Oder plant ihr eine Reise dorthin? Schreibt uns – wir teilen gerne alle Tipps und Empfehlungen mit euch!
Cheers – auf den Riesling, die Pfalz und die schönen Dinge im Leben! 🍷
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